Warum ich nicht zum Schreiben kam

Hallo liebe Freunde der ISAANERLEBNISSE. Warum gab es dieses Jahr keine Berichte? Ich war durch einen schweren Unfall im engsten Familienkreis sehr beschäftigt und hatte darum weder Zeit noch Lust zu schreiben.
Was war passiert. Die ersten Tage gabs Schwierigkeiten mit der Militärbehörde, die haben wir bewältigt und da dachte ich: jetzt fängt mein Urlaub an. Weit gefehlt. Es war Sonnabend früh. Gerade war es wieder ruhig im Dorf, die Hühner krähten nicht mehr, der Nachrichtendienst und die Nationalhymne über Lautsprecher waren vorbei, es war noch angenehm kühl im Zimmer (meiner lieben Frau war kalt, sie nahm eine zweite Decke) ich war also gerade wieder eingeschlafen, als plötzlich Hektik aufkam. Gaan schrie etwas auf thailändisch, Chan sprang aus dem Bett und rannte mit ihm weg, natürlich ohne mir was zu sagen. Nach 20 Minuten kam Chan zurück und erzählte was passiert war. Der 15 jährige Sohn ihres Bruders hatte einen schweren Motorradunfall. Er wurde mit der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht (in Khun Han 9 Km entfernt) Dort wurde eine Erstversorgung gemacht, aber sie meinten, dass er nach Ubon Ratchathani ins Uni Klinikum muss. Na ja und mein Part bei der ganzen Geschichte war es die Familienmitglieder zu den Krankenhäusern zu fahren. Urlaub und Tschüss… Der Junge lag im Koma und es war ein großer Kampf zwischen Leben und Tod. Letztendlich hat der Junge, er heißt übrigens Jack, gewonnen. Am Sonntag ist er wieder nachhause gekommen, etwas steif in seinen Bewegungen, sein linker Arm ist noch nicht wieder bei 100 %, aber ansonsten ist er wieder wohlauf.
Das ist also der Grund für meine Schreibpause. Wenn ich zurück in Berlin bin, werde ich die anderen Erlebnisse in kleinen Portionen nachreichen. Und alle die es dann noch nicht gehört haben, können es in aller Ruhe lesen.

The Army wants you, eine Thema ohne Ende

Also es war ja klar, dass wir mit Gaan zur Erfassung seiner Daten zum Bürgeramt müssen. Im letzten Jahr haben wir uns dort schon mal erkundigt, damit wir alles richtig machen. Darum haben wir alle entsprechenden Papiere in Berlin besorgt und in der thailändischen Botschaft beglaubigen lassen. Dort sagte man mir, es wäre so in Ordnung. Ein Freund in Berlin (thailändischer Staatbürger und Kenner der Materie) hat mir noch dringend geraten alles vorzubereiten und unbedingt vor Gaans einundzwanzigstem Geburtstag mit ihm nach Thailand zu fliegen und die Papiere in Ordnung zu bringen. Er erzählte mir auch die Horrorgeschichte einer Thaifrau, die sich bei ihm Rat holte, aber nicht auf ihn hörte. Und als sie dann mit ihrem Sohn nach Thailand flog, ist der arme Junge gleich auf dem Flughafen verhafte worden und durfte sieben Tage im Thaiknast sitzen. Das wollte ich Gaan ersparen. So sind wir gleich am ersten Tag in Nonfek mit Lung (Onkel) Jan zur Behörde nach Khun Han gefahren, um das Prozedere hinter uns zu bringen. Pustekuchen. Die von der thailändischen Botschaft in Berlin für teures Geld übersetzten, kopierten und beglaubigten Formulare haben hier nur am Rande interessiert. Musste alles nochmal gemacht werden. Nicht die Übersetzung, aber die Kopien und die Beglaubigung. Obwohl ich nicht mit dabei war, haben die natürlich gesehen, dass Gaan in Deutschland arbeitet, also logischerweise Millionär ist. Na und den kann man ja mal etwas schröpfen…
Der ganze Sche.. zog sich bis heute hin. Strafe durften übrigens auch noch bezahlen. Die war nun komischerweise lächerlich gering, 200 THB das sind ca. 5 €. Nun ist bis September 2017 Ruhe. Dann wollen wir mal sehen.
So nun habe ich mir doch ein wenig den Frust von der Seele geschrieben und werde mal ab morgen versuchen, wieder ein paar Berichte vom normalen Alltag zu schreiben. Denn es gab nicht nur Erlebnisse mit den Behörden, sondern auch andere Geschehnisse.