Es sieht gut aus

Die Tinte ist zwar noch nicht trocken, aber es sieht gut aus. Wir sind uns mit der Verkäuferin einig. Vor einer Woche haben wir das Haus offiziell besichtigt. Als wir kurz vor eins ankamen, wurden wir schon erwartet. Ich habe das Haus dann sehr gründlich von innen in Augenschein genommen. Klar es ist ein altes Haus, aber es ist keine Ruine mit eingefallenen Wänden und durchgebrochenen Decken. Das Wichtigste ist der Dachstuhl. Und der ist mal erneuert worden, alle Balken sind im grünen Bereich, die Dachziegel sind ordentlich geschlossen, es gibt eine Dachluke und ansonsten leider noch keine Wärmedämmung. Die Zimmer sind fürchterlich gestaltet. In niedrigen Räumen dunkelbraun getäfelte Decken, 60er Jahre Strukturtapete, in einigen Räumen halbhohes Holzpanel. Auch die Sanitär- und Küchenwände sind lecker gefliest… UhhhJeehhhh. Aber das war ja nicht anders zu erwarten. Es muss also komplett renoviert werden, vielleicht ein paar Wände anders setzen, mal sehen was da noch auf mich zu kommt.
Schon vorher war klar, es gibt keine Heizung. Aber welch freudige Überraschung erlebte ich im Keller? Es ist erst vor Kurzem ein Gasanschluss gelegt worden. Somit sind mir ja viele Möglichkeiten gegeben, die netteste Heizungsart auszusuchen. Nach der Schlüsselübergabe gibt es ein paar Fotos vom Istzustand und einen groben Plan, wie ich mir Sanierung/Renovierung vorstelle. Bis dahin…

Der Anfang ist gemacht

Das Rentendasein nähert sich mit riesen Schritten. Ab dem 1. März 2017 bin ich Altersrentner. Auch wenn meine Chefs mir noch bis August 2018 meinen Arbeitsplatz zugesichert haben, muss man sich schon bei Zeiten Gedanken machen, wie es dann weiter geht. In Berlin zu bleiben wird mir finanziell nicht möglich sein. Also nach Alternativen gesucht. Nachdem Kollege Tim mir erzählte, dass im Harz die Uhren anders ticken, dass man dort schon Häuser für kleines Geld erwerben kann, hat mich angeregt in der bekannten Suchmaschine nach „Schnäppchenhäusern“ zu suchen. Und ich habe Tatsache was gefunden.

Daraufhin habe ich mit meiner lieben Frau gesprochen und wir haben das Häuschen besichtigt. Erstmal ohne Anmeldung nur von außen. Und wir wollten den Ort besichtigen, um zu sehen was es dort alles gibt. Es ist ein kleiner Ort mit ca. 2000 Einwohnern, ich würde sagen eine „Schlafstadt“. Es stehen viele Häuser leer, aber die Bewohnten sind meistens recht nett herausgeputzt. Es gibt ein Rathaus, in dem einige Behörden untergebracht sind, ein Restaurant haben wir gefunden, das hatte aber Urlaub. Eine Apotheke, zwei Ärzte, einen Bäcker, einen Supermarkt von der Kette NP (gehört wohl zu EDEKA), naja die wichtigsten Sachen sind vorhanden. Als Highlight haben wir noch den Bahnhof entdeckt. Besser gesagt, die Reste vom Bahnhof. Alles ziemlich zerfallen, aber der Harz-Elbe-Express, kurz HEX, hält hier und fährt am Wochenende sogar direkt nach Berlin. So das sollte zur Einstimmung erstmal reichen. Wenn die Unterschriften trocken sind, gehts weiter.

Warum ich nicht zum Schreiben kam

Hallo liebe Freunde der ISAANERLEBNISSE. Warum gab es dieses Jahr keine Berichte? Ich war durch einen schweren Unfall im engsten Familienkreis sehr beschäftigt und hatte darum weder Zeit noch Lust zu schreiben.
Was war passiert. Die ersten Tage gabs Schwierigkeiten mit der Militärbehörde, die haben wir bewältigt und da dachte ich: jetzt fängt mein Urlaub an. Weit gefehlt. Es war Sonnabend früh. Gerade war es wieder ruhig im Dorf, die Hühner krähten nicht mehr, der Nachrichtendienst und die Nationalhymne über Lautsprecher waren vorbei, es war noch angenehm kühl im Zimmer (meiner lieben Frau war kalt, sie nahm eine zweite Decke) ich war also gerade wieder eingeschlafen, als plötzlich Hektik aufkam. Gaan schrie etwas auf thailändisch, Chan sprang aus dem Bett und rannte mit ihm weg, natürlich ohne mir was zu sagen. Nach 20 Minuten kam Chan zurück und erzählte was passiert war. Der 15 jährige Sohn ihres Bruders hatte einen schweren Motorradunfall. Er wurde mit der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht (in Khun Han 9 Km entfernt) Dort wurde eine Erstversorgung gemacht, aber sie meinten, dass er nach Ubon Ratchathani ins Uni Klinikum muss. Na ja und mein Part bei der ganzen Geschichte war es die Familienmitglieder zu den Krankenhäusern zu fahren. Urlaub und Tschüss… Der Junge lag im Koma und es war ein großer Kampf zwischen Leben und Tod. Letztendlich hat der Junge, er heißt übrigens Jack, gewonnen. Am Sonntag ist er wieder nachhause gekommen, etwas steif in seinen Bewegungen, sein linker Arm ist noch nicht wieder bei 100 %, aber ansonsten ist er wieder wohlauf.
Das ist also der Grund für meine Schreibpause. Wenn ich zurück in Berlin bin, werde ich die anderen Erlebnisse in kleinen Portionen nachreichen. Und alle die es dann noch nicht gehört haben, können es in aller Ruhe lesen.

The Army wants you, eine Thema ohne Ende

Also es war ja klar, dass wir mit Gaan zur Erfassung seiner Daten zum Bürgeramt müssen. Im letzten Jahr haben wir uns dort schon mal erkundigt, damit wir alles richtig machen. Darum haben wir alle entsprechenden Papiere in Berlin besorgt und in der thailändischen Botschaft beglaubigen lassen. Dort sagte man mir, es wäre so in Ordnung. Ein Freund in Berlin (thailändischer Staatbürger und Kenner der Materie) hat mir noch dringend geraten alles vorzubereiten und unbedingt vor Gaans einundzwanzigstem Geburtstag mit ihm nach Thailand zu fliegen und die Papiere in Ordnung zu bringen. Er erzählte mir auch die Horrorgeschichte einer Thaifrau, die sich bei ihm Rat holte, aber nicht auf ihn hörte. Und als sie dann mit ihrem Sohn nach Thailand flog, ist der arme Junge gleich auf dem Flughafen verhafte worden und durfte sieben Tage im Thaiknast sitzen. Das wollte ich Gaan ersparen. So sind wir gleich am ersten Tag in Nonfek mit Lung (Onkel) Jan zur Behörde nach Khun Han gefahren, um das Prozedere hinter uns zu bringen. Pustekuchen. Die von der thailändischen Botschaft in Berlin für teures Geld übersetzten, kopierten und beglaubigten Formulare haben hier nur am Rande interessiert. Musste alles nochmal gemacht werden. Nicht die Übersetzung, aber die Kopien und die Beglaubigung. Obwohl ich nicht mit dabei war, haben die natürlich gesehen, dass Gaan in Deutschland arbeitet, also logischerweise Millionär ist. Na und den kann man ja mal etwas schröpfen…
Der ganze Sche.. zog sich bis heute hin. Strafe durften übrigens auch noch bezahlen. Die war nun komischerweise lächerlich gering, 200 THB das sind ca. 5 €. Nun ist bis September 2017 Ruhe. Dann wollen wir mal sehen.
So nun habe ich mir doch ein wenig den Frust von der Seele geschrieben und werde mal ab morgen versuchen, wieder ein paar Berichte vom normalen Alltag zu schreiben. Denn es gab nicht nur Erlebnisse mit den Behörden, sondern auch andere Geschehnisse.

Streß

Die erste Woche ist fast vorbei, aber ich komme zu nichts. Gaans Papiere zu organisieren ist nicht ganz ohne. Trotz Beglaubigung durch die Botschaft und Erkundigung von uns im letzten Jahr, gibt es hier auf dem Land anscheinend andere Regeln. Wir rennen also von Amt zu Amt und jeder will noch ein Formular haben. Zu allem Überfluss waren die letzten drei Tage Feiertage. Da hatten alle Ämter und Banken geschlossen. Die Kaufhäuser natürlich nicht.
Dann war auch noch was am Mietwagen kaputt. Ein Honda Civic. Großer Kasten, aber kleiner gabs nicht, hätte auch nicht alles reingepasst. Apropos Mietwagen. War wie vor ein paar Jahren in Bangkok, als wir zwar genug Geld hatten, aber nicht auf der richtigen Karte. So auch diese Mal. Bargeld war da, aber nur Euro. Die Kreditkarten waren noch nicht aufgeladen und die Banken hatten ja wie gesagt zu. Da fiel mir die kleine thailändische Vermietung ein. Anrufen, Auto ordern, Einsteigern und losfahren. Die Chefin hat mir zu einem guten Kurs Euronen abgenommen, völlig problemlos. Na und heute sprang der Wagen nicht mehr an. Der Schlüssel war aus dem Plastikkopf rausgebrochen, dann erkennt er den Sicherheitscode der Wegfahrsperre nicht mehr und geht nicht an. Da ist die Chefin mit einem gleichen Model 80 Km gefahren hat sich entschuldigt, mir das neue Modell übergeben und fertig Laube, wie meine liebe Frau sagen würde. Nun dann noch zur Bank, etwas Einkaufen, einen kleinen Snack für Zwischendurch und schon klingelte Chans Handy, die Leute von 3BB waren vor der Tür. Sollten erst morgen kommen, aber wir sind ja in Thailand….
So kann ich jetzt mit 10 MB surfen. Denn im Gegensatz zu Technikern von den bekannten, hier aber aus Höflichkeit nicht namentlich erwähnten deutschen Kommunikationsunternehmen, die so gut wie keinen Termin einhalten und nach dreimal Klingen sofort verschwinden, warten hier die Handwerker bis man da ist.
Und weil es nun soviel Spaß macht zu surfen, werde ich morgen noch mehr berichten. Ich muss ja bis zum Hertha Spiel wach bleiben. Das ist ein Uhr Thaizeit (Winterzeit plus sechs Stunden). Darum geht es erst morgen weiter.

Das Hinflugereignis

Geplant und ausgedruckt war alles wie immer. Erst ein Airbus dann eine Boeing. Aber wie überrascht war ich, als ich ein anderes Modell am Terminal stehen sah. Ich konnte nicht erkennen was für ein Flieger da auf uns wartete. Nun wollte Gaan aber partout wissen mit welchem Flugzeug es weiter geht. Also nochmal genau hingeschaut. Supergroß ist das Ding ja, vier Triebwerke hat doch nur ein Jumbo, aber es war keine Boeing, man da waren wir platt. Zwei Etagen und so groß, das ist ein A380! Wir saßen in Reihe 77 also ziemlich weit hinten. Da muss man erst mal hinkommen! Chan und ich hatten zwei Plätze nebeneinander (in einer Dreierreihe), Gaan saß vor uns. Natürlich hofften wir auf nette ( oder besser auf gar keine) Sitznachbarn. Tja und wie das Leben so spielt, setzte sich niemand mehr neben mich und Gaan hatte doch tatsächlich die ganze Reihe für sich. Was ein Glück. Aber egal ob ein Platz frei oder nicht. Die Sitze und der Beinabstand sind deutlich größer, als in den anderen Modellen. Die Beschleunigung beim Start ist genial. Und die Flugeigenschaft scheint auch super zu sein. Das Ding lag wie ein Brett in der Luft. Die Landung war wie immer, gewohnt ruhig. Wir sind somit gut in Bangkok angekommen und hatten beim Flug noch ein nettes Ereignis.

Vorfreude mit gemischten Gefühlen

In zwei Wochen werde ich um diese Zeit (11.49 Uhr MEZ) langsam meinen Koffer packen. meine Frau wird ihren Koffer schon dreimal wieder ein und ausgepackt haben. Und er wird immer noch zu schwer sein. Ich nehme nur etwas Werkzeug und gaaaanz wenig Kleidung mit. Man benutzt einfach nicht so viel.Außerdem haben wir ja eine Waschmaschine…
Na ja dann vielleicht noch etwas schlafen und um 22.20 Uhr hebt der Flieger in Richtung Doha ab.
Warum nun Vorfreude mit gemischten Gefühlen? Nun Vorfreude weil ich endlich Urlaub habe, in mein kleines Häuschen komme und viel Handwerkeln kann. Gemischt Gefühle weil sich mein lieber Sohn bei der Militärbeörde vorstellen muss. Da hoffen wir natürlich, dass er nicht genommen wird, weil er ja doch noch in der Ausbildung ist.
Also eigentlich Urlaub, aber auch wieder viel Behördenkram zu erledigen.
Fortsetzung folgt in zwei Wochen!

Abschied für ein Jahr

Die Koffer sind im Auto, im Haus ist Ordnung, Schwester Ban hat alle Schlüssel. In einer Stunde geht los Richtung Ubon, von da mit dem Flugzeug nach Bangkok, dort landen wir auf dem alten Flughafen und fahren mit dem Taxi zum Neuen. Da fliegen wir um 1.40 Uhr (19.40 MEZ)Richtung Doha und von dort nach Tegel. Da landen wir um 12.55 Uhr MEZ.
So noch ein paar Worte zum Alltag hier vor Ort. Seit Tagen wird Regen angekündigt, aber nichts passiert. Und ich wollte doch noch das Dach testen. Jetzt sieht es sehr nach Regen aus, aber nun müssen wir gleich los.Kann man nichts machen. Gestern war großes Abschiedsessen. Die ganze Familie war versammelt, hat Spaß gemacht. Sogar Schwester Dan war da. Das ist die Mutter von dem sogenannten Baumeister, dem wir das schlecht und falsch gebaute Haus zu verdanken haben, die hat ja kein Wort mehr mit uns gesprochen,nachdem ich ziemlich laut geworden bin. Also wieder Friede, Freude, Eierkuchen.
Die Einfahrt ist gut betoniert worden, Wasser und Strom funktionieren wie gewünscht, jetzt ist es schon fast eine Wohnung. So meine Frau drängelt ich muss mich fertig machen…

Die Tonnen sind da

Heute kamen die Regenwasserauffangtonnen. Als diese aufgestellt waren gings sofort nach Kantharalak zum Eisenwarenhändler unseres Vertrauens. Ein Chinese der sehr gut englisch spricht. Da an der Pumpe auch was zu reparieren war habe ich diese gleich mitgenommen. Als ich sie ihm zeigte, konnte er nur lachen und sagte immerzu, dass dieses Model zu alt wäre. (zwei Jahre) aber seine Leute haben sie repariert, hoffe ich, weil ich erst morgen dazu komme, sie wieder anzuschließen. Aber eigentlich wollte ich die Abflüsse von Regenrinne zur Wassertonne besorgen. Was bei uns durch Euronormen etc ohne Probleme möglich ist, gestaltet sich hier schon schwieriger. Aber da ich das ja mittlerweile weiß, machen ich von allen Sachen Fotos und messe die Größen in Zoll und Zentimeter. Dann bekommt man fast immer, was man braucht. So auch hier und heute. Wieder im Haus habe ich die Anschlüsse schnell montiert, da der Himmel schon bedrohlich dunkel geworden war. Auch der Wetterbericht kündigte Gewitter an. Ich habe mich wirklich auf den ansonsten unerwünschten Regen gefreut, aber Pustekuchen. Von November bis März regnet es eben nicht. (die kleinen Ausnahmen in Bangkok zählen nicht). Na dann habe ich noch eine Steckdose für die Waschmaschine im Bad angeschlossen und nach der dritten kalten Dusche (warm gibt’s ja auch nicht) mich in mein gut ventiliertes Wohnzimmer zurückgezogen und mir den Suzuki-Cup live im Fernsehen angeschaut. Thailand hat 3:2 gewonnen. Jetzt ist es gleich 22 Uhr und (was mir als alte Nachteule in Deutschland ja nicht passieren würde) ich gehe dann mal ins Bett…