Der Versuch ein kleines Haus zu bauen

Eine lange Überschrift und eine noch längere Geschichte! Da sind wir endlich mal wieder vor Ort in Thailand, voller guter Vorsätze und mit dem guten Gefühl schon viel vorbereitet zu haben. Aber von Vorne: Im Winter, der ja dieses Jahr so besonders lang war, träumten wir mal wieder von unserem zukünftigen Haus. Klar ist, wenn du bauen willst, musst du vor Ort sein. Also haben wir uns entschlossen in diesem Urlaub ein kleines Häuschen zu bauen. Ein großes Zimmer, kleine Küche, kleines Bad. Einfacher Thai-Style halt. Sollte nicht viel mehr als 1500 € kosten. Baupläne gibts im Internet http://www.dpt.go.th/download/PW/house_model/framehome.html und außerdem kann man sowas einfach hinstellen. Dachte ich mir so. Zuerst muss Erde aufgeschüttet werden, damit einem das Haus nicht volläuft wenn es richtig regnet. Auf unserem Grundstück war auf der linken Hälfte vor Jahren damit angefangen worden, das sollte jetzt fertig gemacht werden. War meine Meinung. Viele Diskussionen und viele Telefonate mit Thailand später war klar, was gemacht wird. Lepp, die Nichte meiner Frau, bestellt 30 Lastwagen mit Erde, 1 Fuhre kostet 350 THB, ca 8,50 € (Stand Sommer 2010) 1 Fuhre ist ein Lastwagen mit 6 Rädern, hier wird nicht nach m³ oder t gemessen, weil das keiner kennt, aber einen Lastwagen kann man zählen. Da Lepp sehr zuverlässig ist, bekamen wir auch bald die Nachricht, dass alles fertig ist. Sehr schön, unser Plan war klar, zuerst ein paar Tage im Hotel mit AC und so, in der Zeit die Hütte bauen und dann echtes Thailand-Feeling im Dorf. Wieder viele Telefonate später war die Baubrigade zusammengestellt, zwei Brüder und ein Schwager meiner Frau haben sich für die Zeit unserer Ferien frei genommen um zu helfen. Alle bestätigten uns, dass das ganz einfach und schnell gehen wird. (Wie man ja weiß, ist jeder Thailänder als Bau-Ing geboren) Mit viel Vorfreude kamen wir also nach 10 stündigem Flug und 7 stündiger Fahrt mit dem Auto endlich in unserem Hotel an, am nächsten Morgen sofort ins Dorf nach Nonfek, wie es sich gehört mit dem Moped, OneNa (meine Frau) begrüßt ihre Mutter und ich fahre gleich zum Grundstück. Der erste Schock: Was war mit der Erde passiert, die wir für teures Geld gekauft haben? Sie war auf der rechten Grundstückshälfte gelandet. Nun hatten wir auf beiden Seiten etwas erhöhten Boden, aber natürlich nicht hoch genug zum Bauen. Schnell wurde der Familienrat einberufen und alle wunderten sich, dass ich etwas sauer war. Jeder kannte einen der ganz schnell mit seinem Lastwagen kommt und neue Erde bringt. Wir bestellten  und harten der Dinge die da kommen werden. Es kam aber nichts, auch der Brunnenbauer, der mit einem kleinen Stock die Bohrstelle gekennzeichnet hatte, lies nichts mehr von sich hören.

  

Nach drei Tagen gingen wir zu einer größeren Firma, die am nächsten Tag liefern wollten, der Chef meinte wir bräuchten noch ca 40 Lastwagen (6 Räder). War zwar eigentlich im Etat nicht vorgesehen, aber na ja. Und man glaubt es kaum, am nächsten Morgen ging es los. Aus 40 wurden 50 Lastwagen (bekommen haben wir nur 47, ich glaube das war der Farang Malus) Es dauerte den ganzen Tag bis der Boden aufgeschüttet und festgefahren war.

     

Noch am Abend wurde das Haus geplant und nun war klar, es müssen doch Profis ran, um das Fundament zu gießen, die Betonpfeiler hinzustellen und das Dach zu befestigen. Die Profis kamen auch und wollten soviel Geld haben (Farang Zuschlag) dass ich sie nach hause geschickt habe. Aber wie das in Thailand so ist, der Onkel des Zimmermädchens in unserem Hotel hat auch ein kleines Bauunternehmen. Nichts wie hin und hoffen er will uns nicht ausnehmen. Welch angenehme Überraschung, der Onkel stellte sich als junger studierter Mann heraus, er hatte sofort einen Plan für ein einfaches Haus parat und wollte wirklich nicht viel Geld haben. 17.000 THB ca 400 € erschienen mir Okay. Aber nun kommt der nächste Haken: Buddha muss auch noch zustimmen. Also schnell noch in den Tempel und lange mit dem Mönch geplaudert, sehr netter Mann, war auch schon in Deutschland, nebenbei hat er irgendwelche Zahlen zusammengestellt und nach der obligatorischen Spende gab es einen vollgemalten Briefumschlag auf dem die vernichtende Nachricht stand. Der Bau darf nicht vor dem 6. Januar 2011 angefangen werden. Damit waren alle Pläne vorerst begraben.

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